Behutsam hebt der Kranführer die 28 Tonnen schwere Lokomotive auf das extra angelegte, rund 25 Meter lange Abstellgleis. Im Vordergrund Gleisbauer Uli Probst.

Emertsham (hm). Was steht denn da nun mitten im Dorf? Hat Emerstham plötzlich eine Bahnanbindung bekommen? Nein! Bernd Irlbacher, Geschäftsführer der gleichnamigen Nutzfahrzeuge-Firma, hat eine 28 Tonnen schwere Lokomotive von einem im Chemiedreieck ansässigen Betrieb erworben. Dort hatte die Lok nach 13200 Betriebsstunden einer neuen modernen Schienenzugmaschine weichen müssen.

Die über 50 Jahre alte Schönheit aus der Maschinenbaufabrik Esslingen wurde nun übergangsweise direkt an die Ortsdurchfahrt Emertsham platziert. Und da zieht sie natürlich viele Blicke auf sich. Bereits beim Antransport des tonnenschweren Stahlkolosses mit einem Schwertransporter blieben viele Schaulustige stehen. Ein Spezialkran hob die Lokomotive von der Ladefläche und setzte sie butterweich und präzise auf den Gleisen auf. Das gelb-rote Zugfahrzeug will Bernd Irlbacher wieder verkaufen. Eine Probefahrt wird schwierig werden. Nur etwa 25 Meter Schienen konnte Uli Probst für das gut sieben Meter lange, drei Meter breite und 3,72 Meter hohe Gefährt als Abstellgleis verbauen. Der Antrieb des Schienengefährts ist ein Achtzylinder-Dieselaggregat mit 250 PS: Es schafft bei 1500 Umdrehungen rund 24 Kilometer pro Stunde. Zum Vergleich: Die Alz-Chem-Lokomotive hat 500 Pferdestärken. Die Zugleistung beträgt 500 Tonnen.

Für Bernd Irlbacher ist so ein Kauf nichts Besonderes, denn er hat sich auf den Handel solcher Fahrzeuge spezialisiert. Schon mehrmals standen riesige Giganten auf dem Betriebsgelände, beispielsweise ein 2040-PS-Dieselantrieb, der nun seinen Dienst in einer Lok in Italien verrichtet. „Und in den nächsten Wochen wird ein weiterer Koloss angeliefert.“ Um was es sich dabei genau handelt, das verrät Bernd Irlbacher aber noch nicht…

 

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